Komponist.Musiker

IL-RYUN CHUNG

Künstlerisches Profil



Stacks Image 3
Il-Ryun Chung wurde in Deutschland geboren und verbrachte sein Leben stets zwischen den Kulturen Koreas und Deutschlands. Einige seiner Kindheitsjahre lebte er aufgrund der „Ost-Berlin.Affäre“, bei der seine Eltern zu den Leidtragenden gehörten, in Korea, was seine einzige Lebenszeit im Heimatland seiner Eltern geblieben ist, die auch nie wieder nach Korea zurückkehrten. Im Spannungsfeld zwischen Militärdiktatur in Korea und dem zeitweiligen Gefühl der Fremdheit in Deutschland, entwickelte er sich zu einer besonderen Künstlerpersönlichkeit mit unverwechselbaren Merkmalen. Die Fähigkeit, sowohl in, als auch außerhalb der jeweiligen Kulturen stehen zu können, hat seine Musik stark geprägt und ist bis heute die Quelle seines Schaffen.

Eckdaten

1964 Geburt in Frankfurt am Main.
1967-71 Kindheitsjahre in Seoul, Korea.
1979 Späte Entdeckung der Leidenschaft für Musik. Autodidaktisches Gitarrenspiel und erste Kompositionsversuche. Entdeckung der koreanischen Musik Gugak, insbesondere derInstrumente Gayageum und Janggu.
1985-90 Erster und wichtigster Unterricht in Komposition und Gitarre bei Carlo Domeniconi.
1990-95 Studium der Komposition bei Prof. Jolyon Brettingham-Smith an der HdK Berlin
1992-2000 Regelmäßige Begegnungen mit dem Janggu-Meister Kim Duk-Soo, dessen SamulNori-Musik ihn entscheidend beeinflusste. Erlernen des Jangguspiels in dessen Workshops in Berlin.
2001 Mitbegründung der transtrditionellen Ensembles IIIZ+ und 2009 des AsianArt Ensembles. Einladungen von Festivals wie dem „Festival de l‘imaginaire“ in Paris, dem „38, Rugissant“ in Grenoble, dem Taiwan Festival oder dem Tokyo Summer Festival sowohl als Interpret als auch als Komponist. Es folgen Auszeichnungen wie der „Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2012“ für die erste CD des AsianArt Ensembles und mehrere Kompositionsstipendien des Berliner Kultursenats.
Seit 1999 Arbeit an den beiden Werkreihen „Etüden neuer Spieltechniken für Gitarre“ und „Die untemperierte Gitarre“. Das innere Experimentierfeld darstellend, ist es die Quelle für das Aufbrechen der temperierten Stimmung mittels Verwenden von Skalen mit mikrotonalen Tonschritten, Präparierungen oder mikrotonal gestimmten Instrumenten wie Harfe, Gitarre oder Zithern.
Seit 2000 Beschäftigung mit computerbasierter Sampletechnik, Erprobung von polymetrischen Ideen, vollkommen neuen Klangkombinationen unbekannter Instrumente und auch der neuartigen Stimmungen und Skalen auf möglichst naturgetreue Weise.
2008 Auftrag des Seoul Philharmonic Orchestras für die von Unsuk Chin kuratierte Konzertreihe „Ars Nova“ und 2009 Auftrag des Tokyo Summer Festivals für Werke für großes Ensemble. Entstehung des „Diptychon of Mallets“, zu dem die Werke „GLUT“ und „BENU“ zusammengefasst wurden, zwei Schlüsselwerke für rein westliches Instrumentarium, in dem sowohl die Erkenntnisse aus der komplexen rhythmischen Struktur der koreanischen Musik, das Jangguspiel und die Sampletechnik zusammengeflossen sind.
2009 Auftrag des National Orchestra of Korea unter der künstlerischen Leitung von Hwang Byunki für ein abendfüllendes Orchesterwerk für koreanische Instrumente. Studienreise nach Korea; Sampling aller koreanischen Instrumente des Orchesters und Erstellung einer eigenen Sample-Library. Durch das Studium der archaischen, sehr ursprünglichen koreanischen Instrumente das Gewinnen der Erkenntnis, dass Dissonanz nicht nur eine Frage des Zusammenklangs von mehreren Tönen sein muss, sondern dass ein einzelner Ton bereits in sich dissonant durch unharmonische Obertonspektren wirkt, ohne dafür erweiterte Spieltechniken zu benötigen. Erforschung der Schärfe, Rauheit und Flexibilität des einzelnen Tons als strukturelles Element in dem Gesamtwerk.
2011 Zweimalige Aufführung des 80-minütigen Konzertwerks „Part of Nature“ im National Theater of Korea in Seoul.
2012-2022 Kompositionen für Ensembles bestehend aus asiatischen und westlichen Instrumenten, darunter „GRAVITY“ für Daegeum, Sheng, Basskoto und Ensemble, beauftragt von der ernst von siemens musikstiftung für das Festival SOUNDSCAPE EAST ASIA und „SKALA“ für transtraditionelles Ensemble.
2013 Wiederaufführung von Part of Nature im National Theatre of Korea durch den künstlerischen Leiter und Dirigenten des National Orchestra of Korea Won Il.
2014 Uraufführung der es epischen Musikdramas Kassandra für Pansori und koreanische Instrumente im National Gugak Center in Seoul.
2016 Composer in Residence beim National Orchestra of Korea.
2017 Künstlerische Leitung des Festivals für aktuelle interkulturelle Musik TURBULENZEN.
2019 Professur im Fachbereichs Komposition und Neue Musik an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt.
2023 Uraufführung des Werks „Cycle – Concerto for Sheng and Chinese Orchestra“ durch den Sheng-Virtuosen Wu Wei und das Kaohsiung Chinese Orchestra in Taiwan.
2024 Composer in Residence im Rahmen des Projekts „Music of Tomorrow“ in Seoul.
2024 Porträtkonzerte in Tokio und Yokohama auf Einladung der Marimba-Virtuosin Kuniko Kato.
2025 Videoproduktion seines Gitarren-Gesamtwerks.
2026 Uraufführung der Sinfonie „Saesangae – In Our World“ für Gugak-Orchester, komponiert für das Seoul Metropolitan Traditional Orchestra.